Die Stadt Göttingen erhält aus dem von Bund und Land getragenen Städtebauförderungsprogramm 2026 insgesamt 6,26 Millionen Euro. Gefördert werden vier Göttinger Maßnahmen: die Nördliche Innenstadt mit 3,6 Millionen Euro, die Grüne Mitte Ebertal mit knapp 2,2 Millionen Euro, die südliche Innenstadt mit 380.000 Euro sowie neu im Programm der Holtenser Berg mit 81.000 Euro.

Dazu erklärt die Göttinger Landtagsabgeordnete Karola Margraf: „Das ist eine sehr gute Nachricht für Göttingen. Städtebauförderung ist kein abstraktes Förderprogramm, sondern wirkt direkt vor Ort: in unseren Quartieren, auf unseren Plätzen, im Wohnumfeld und bei der sozialen Infrastruktur. Mit diesen Mitteln können wichtige Projekte in Göttingen weitergeführt und neue Entwicklungen angestoßen werden.“

Besonders hervorzuheben sei laut Margraf die Nördliche Innenstadt. Dort fließen 2026 3,6 Millionen Euro aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“. Das Quartier ist seit mehreren Jahren ein zentraler Schwerpunkt der Göttinger Stadtentwicklung. Es geht um die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität, um öffentliche Räume, Teilhabe und soziale Infrastruktur. Zu den wichtigen Vorhaben im Sanierungsgebiet gehört die Zukunft der denkmalgeschützten Stockleffschen Mühle am Leinekanal. Für ihre Sanierung und künftige Nutzung als Standort der Jugendberufshilfe liegt ein Konzept von Stadt, SWB und Beschäftigungsförderung vor.

„Gerade in der Nördlichen Innenstadt zeigt sich, wie eng Städtebau, soziale Fragen und Sicherheit im öffentlichen Raum zusammengehören. Die aktuelle Situation am Waageplatz macht deutlich, wie nötig eine positive städtebauliche Entwicklung in diesem Quartier ist. Sicherheit entsteht nicht allein durch Verbote und Kontrollen, so wichtig auch konsequentes Handeln im Ernstfall ist. Sie entsteht auch durch gut gestaltete, übersichtliche und belebte öffentliche Räume“, so die SPD-Landtagsabgeordnete.

Die Grüne Mitte Ebertal wird mit 2,195 Millionen Euro unterstützt. Das Quartier steht wie kaum ein anderes in Göttingen für eine umfassende Weiterentwicklung von bezahlbarem Wohnen, sozialer Nachbarschaft und öffentlichem Raum.

„Die Grüne Mitte Ebertal ist eines der wichtigsten Göttinger Quartiersprojekte der letzten Jahre. Hier geht es um bezahlbares Wohnen, gute Nachbarschaft, Aufenthaltsqualität und eine Stadtentwicklung, die die Menschen im Quartier mitnimmt. Genau dafür ist Städtebauförderung da“, erklärt Margraf.

Die südliche Innenstadt erhält 380.000 Euro aus dem Programm „Lebendige Zentren“. Damit wird die laufende Entwicklung der Innenstadt weiter unterstützt.

„Unsere Innenstädte verändern sich. Deshalb müssen wir sie aktiv gestalten. Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht von allein, sie braucht gute öffentliche Räume, Orte zum Verweilen, attraktive Plätze und eine gesunde Mischung aus Wohnen, Kultur, Arbeiten, Handel und Gastronomie“, so Margraf.

Neu in das Programm aufgenommen wurde der Holtenser Berg. Für die neue Maßnahme stehen in diesem Jahr 81.000 Euro bereit. Die Aufnahme knüpft an die vorbereitenden Untersuchungen und das integrierte Entwicklungskonzept für das Quartier an. Ziel ist es, städtebauliche Missstände anzugehen und die soziale Quartiersentwicklung zu stärken. Der Holtenser Berg entstand in den 1960er Jahren als neues Wohngebiet in einer Zeit großen Wohnraumbedarfs. Geplant wurden damals nicht nur Wohnungen und Häuser, sondern auch ein eigenes Zentrum, soziale Infrastruktur, Kirchen und Kindergärten. Die vorbereitenden Untersuchungen zeigen nun, dass das Quartier vor neuen Aufgaben steht: Es geht unter anderem um soziale Infrastruktur, Begegnungsorte, Mobilität, Energie, Klimaanpassung und städtebauliche Innenentwicklung.

„Die Aufnahme des Holtenser Bergs ist ein wichtiges Signal. Dieses Quartier ist nicht einfach ein Wohngebiet am Rand der Stadt, sondern ein gewachsener Stadtteil mit eigener Geschichte, eigenen Stärken und eigenen Herausforderungen. Gerade deshalb ist es richtig, den Holtenser Berg jetzt nicht nur zu verwalten, sondern aktiv weiterzuentwickeln. Gute Stadtentwicklung darf sich nicht nur auf die Innenstadt konzentrieren. Auch die Quartiere außerhalb des Zentrums brauchen Aufmerksamkeit, Investitionen und eine klare Perspektive“, betont Margraf.

Die Städtebauförderung wird gemeinsam von Bund und Land getragenes Programm. Im Programmjahr 2026 stehen rund 185 Millionen Euro für die nachhaltige Entwicklung und Erneuerung der niedersächsischen Städte und Gemeinden bereit.

„Diese Förderung ist gut angelegtes Geld. Sie stärkt den sozialen Zusammenhalt, unterstützt Klimaschutz und Klimaanpassung, verbessert öffentliche Räume und gibt zugleich wichtige Impulse für Handwerk, Bauwirtschaft und lokale Unternehmen. Für Göttingen bedeutet das: konkrete Investitionen in lebenswerte Quartiere und eine starke Stadt“, resümiert Margraf.