Erinnern heißt, hinsehen.
Vor kurzem wurde in Göttingen eine Gedenktafel enthüllt, die an einen Ort erinnert, dessen Geschichte lange kaum sichtbar war: den Göttinger Bahnhof als Ort von Deportation und Zwangsarbeit während der NS-Zeit.
Am 21. Juli 1942 wurden 50 Jüdinnen und Juden durch Göttingen zum Bahnhof getrieben und von hier in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Im selben Jahr kamen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter mit Zügen in unserer Stadt an. Sie wurden ihrer Freiheit beraubt und zur Arbeit gezwungen.
Mit dem Projekt „MemoRails“ und der neuen Inszenierung „Neunzehnhundertzweiundvierzig“ des Deutschen Theaters wird diese Geschichte mitten in unserer Stadt sichtbar. Das ist wichtig. Denn immer weniger Menschen können selbst davon berichten, was damals geschehen ist.
Die Erinnerung an die Verfolgten gehört zu Göttingen. Und sie verpflichtet uns, Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung heute entschieden entgegenzutreten.
Die Premiere von „Neunzehnhundertzweiundvierzig“ fand am Samstag, 29. August, im Deutschen Theater statt. Ein Audiowalk führt vom Theaterplatz über den Platz der Synagoge bis zum alten Güterbahnhof.
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