Während meiner Sommerreise im Wahlkreis war es mir ein Anliegen, mich über die aktuellen Themen und Herausfordernden des offenen Jugendvollzugs auf dem Göttinger Leineberg zu informieren.
Die stellvertretende Anstaltsleiterin, Frau Leisge, und die Vollzugsabteilungsleiterin, Frau Wirsing, führten über das weitläufige Gelände. Hier werden derzeit 20 jugendliche Inhaftierte durch tägliche Arbeit und
pädagogische Maßnahmen abseits ihres alten Umfelds wieder an ein regelbasiertes Alltagsleben herangeführt.
Der offene Jugendvollzug gilt als eine der anspruchsvollsten Vollzugsformen. Er setzt auf Nähe statt Distanz und nimmt – in enger Zusammenarbeit mit den Angehörigen – direkten Einfluss auf die persönliche Entwicklung der Jugendlichen.
Während der Verweildauer ist es den Inhaftierten so unter anderem erlaubt, eine reguläre Arbeit außerhalb des Geländes aufzunehmen oder auch Sportvereine zu besuchen, die eine Resozialisierung in die Gesellschaft bei gleichzeitiger Reflexion der eigenen Straftat in der Vollzugsanstalt fördern.
Für einen erfolgreichen offenen Jugendvollzug ist es daher entscheidend, den Anstalten genügend juristischen Freiraum für erzieherische Maßnahmen zu lassen – besonders bei Vollzugslockerungen. Nur so kann individuell auf die Jugendlichen eingegangen und das Vollzugsziel erreicht werden.
Vielen Dank an Frau Wirsing und Frau Leisge für die informative Führung und den Austausch! Ich freue mich, sie im September bei ihrem Besuch im @landtag_nds zu begrüßen.
Übrigens: Der offene Jugendvollzug Göttingen verfügt über einen eigenen Förderverein, der unter anderem die Wohngruppenarbeit und Freizeitangebote für die Inhaftierten tatkräftig unterstützt.
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