99.000 Euro für zweiten Bildungsweg bei der VHS Göttingen Osterode
Die VHS Göttingen Osterode soll für das Projekt „Level Up – Lernen fürs Leben“ 99.000 Euro erhalten. Mit dem Angebot werden Erwachsene auf den nachträglichen Erwerb eines Haupt- oder Realschulabschlusses vorbereitet. Insgesamt fördern das Land Niedersachsen und der Europäische Sozialfonds 35 Projekte der Alphabetisierung, Grundbildung und des zweiten Bildungswegs mit rund 3,5 Millionen Euro. Die Hälfte der Mittel stammt aus dem Europäischen Sozialfonds.
„Ein fehlender Schulabschluss begleitet Menschen oft über viele Jahre. Er erschwert oder verhindert den Zugang zu Ausbildung, Weiterbildung und qualifizierter Arbeit. Umso wichtiger ist es, dass es auch später einen Weg zurück ins Bildungssystem gibt. Die Möglichkeit zu einem Schulabschluss darf dabei nicht davon abhängen, ob der erste Bildungsweg geradlinig verlaufen ist“, erklärt die Göttinger SPD-Landtagsabgeordnete Karola Margraf.
Die VHS Göttingen Osterode verfügt über langjährige Erfahrung im zweiten Bildungsweg. In Göttingen und Osterode bietet sie Kombikurse an, die innerhalb eines Schuljahres gezielt auf den nachträglichen Erwerb eines Haupt- oder Realschulabschlusses vorbereiten. Die Kurse richten sich an Erwachsene mit und ohne Hauptschulabschluss. Je nach Ausgangslage können ein Hauptschulabschluss, ein Realschulabschluss oder ein erweiterter Realschulabschluss erworben werden.
Nach Angaben der VHS Göttingen Osterode erreichten zuletzt 92 Teilnehmende des zweiten Bildungswegs einen Abschluss. Darunter waren Abitur-, Haupt- und Realschulabschlüsse.
Margraf erklärt: „92 erfolgreiche Abschlüsse zeigen, was diese Arbeit bewirken kann. Hinter jeder einzelnen Zahl steht ein Mensch, der noch einmal Zeit und Kraft investiert hat, um sich neue Möglichkeiten zu erarbeiten. Dafür braucht es gute Lehrkräfte, persönliche Beratung und Angebote, die zu Erwachsenen und ihren unterschiedlichen Lebenssituationen passen. Die VHS schafft damit ganz konkret zweite Bildungschancen und eröffnet Menschen neue berufliche Perspektiven.“
Niedersachsen unterstützt neben abschlussvorbereitenden Kursen zum nachträglichen Erwerb eines Haupt- oder Realschulabschlusses auch Angebote zur Alphabetisierung und Grundbildung. Nach Angaben des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur haben in Niedersachsen schätzungsweise mehr als 600.000 Menschen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Für Maßnahmen zur Verringerung geringer Literalität stehen in der laufenden ESF+-Förderperiode von 2021 bis 2027 landesweit rund 7 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds Plus sowie weitere rund 7,6 Millionen Euro des Landes Niedersachsen zur Verfügung.
„Bildungspolitik darf nicht mit dem letzten Schultag enden. Der zweite Bildungsweg ist ein wichtiger Teil unseres Bildungssystems. Wer später noch einmal lernen, einen Abschluss nachholen oder beruflich neu anfangen will, soll diese Chance bekommen“, so Margraf abschließend.