Zusätzliche 143 Millionen Euro für den Wissenschaftsstandort Göttingen
Göttingen profitiert erheblich vom neuen Investitionsprogramm des Landes für Hochschulbau und Forschungsinfrastruktur. Niedersachsen stellt landesweit rund 627 Millionen Euro zusätzlich für Bau-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen bereit. Für den Wissenschaftsstandort Göttingen sind allein 142,70 Millionen Euro vorgesehen. Hinzu kommen weitere standortübergreifende Maßnahmen der HAWK, die auch Göttingen betreffen.
Dazu erklärt die Göttinger SPD-Landtagsabgeordnete Karola Margraf:
„Göttingen ist einer der wichtigsten Wissenschaftsstandorte in Niedersachsen. Moderne Gebäude, sichere IT, leistungsfähige Recheninfrastruktur und gute Arbeitsbedingungen für Studierende, Forschende und Beschäftigte sind unverzichtbar. Genau hier investiert das Land.“
Die Göttinger Vorhaben im Überblick:
Universitätsmedizin Göttingen: 63,77 Millionen Euro
Für die UMG sind 38,33 Millionen Euro für den Neubau des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften vorgesehen. Der Forschungsbau schafft moderne Labor-, Büro- und Seminarräume und stärkt die Arbeit in der Hörforschung, Audiologie und Neuroprothetik.
Weitere 25,44 Millionen Euro sind für die IT-Sicherheit der Universitätsmedizin Göttingen ausgewiesen. „Das ist eine weitere zukunftssichernde Entscheidung für die Universitätsmedizin Göttingen als Maximalversorger. Forschung, Krankenversorgung und der Schutz sensibler Daten gehören heute untrennbar zusammen“, so Margraf.
Universität Göttingen: 56,3 Millionen Euro
Der größte Einzelposten ist die Modernisierung des Heizkraftwerks mit 39 Millionen Euro. Erneuert werden die veraltete Leittechnik, Kesselanlagen aus den Jahren 1967 bis 1975 sowie hydraulische Systeme. Damit kann die Universität wichtige Voraussetzungen für eine künftige regenerative Wärmeversorgung schaffen. Hiervon profitiert auch die Universitätsmedizin Göttingen.
Weitere 13,3 Millionen Euro fließen in das Zentrale Hörsaalgebäude (ZHG). Dort werden Dächer und Glasfassaden energetisch saniert, verschiedene Hörsäle grundlegend modernisiert und Flucht- und Rettungswege ertüchtigt.
Hinzu kommen weitere 4 Millionen Euro für den Austausch der Niederspannungshauptverteilungen in mehreren Gebäuden der Universität.
GWDG: 21,84 Millionen Euro
Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen erhält Mittel für zwei zentrale Zukunftsbereiche. 18 Millionen Euro sind für die Anschaffung eines Quantencomputers für Niedersachsen vorgesehen, weitere 3,84 Millionen Euro für einen nationalen Hochleistungsrechner. Damit wird Göttingen als Standort für Hochleistungsrechnen, Datenverarbeitung und Quantencomputing weiter gestärkt. Diese Infrastruktur ist Grundlage für datenintensive Forschung, Künstliche Intelligenz, Lebenswissenschaften und viele weitere Forschungsfelder und damit für die Zukunftsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Göttingen.
HAWK Göttingen: 800.000 Euro direkt am Standort Göttingen
An der HAWK ist für Göttingen die Sanierung und Modernisierung des Gewächshauses der Fakultät Ressourcenmanagement vorgesehen. Geplant ist ein „Haus-in-Haus“-Konzept mit nachhaltiger energetischer Bilanz. Zusätzlich enthält die Übersicht Mittel für standortübergreifende HAWK-Maßnahmen, von denen auch Göttingen profitiert. Dazu zählen der Ausbau der Gebäudeleittechnik, der Austausch von Brandmeldern, sicherheitsrelevante Dachausstattungen und weitere Sanierungen.
„Diese Investitionen verbessern die Bedingungen am Wissenschaftsstandort Göttingen: in Hörsälen und Laboren, bei Energieversorgung und IT-Sicherheit, in der Spitzenmedizin und bei digitaler Forschungsinfrastruktur. Das stärkt die Göttinger Wissenschaft und zugleich die ganze Region“, so Margraf.
Besonders hebt Margraf die Entscheidung zur weiteren Stärkung der GWDG hervor: „Die GWDG ist zentrale IT- und Forschungsdienstleisterin für Göttingen und weit darüber hinaus. Ich habe mich zuletzt gemeinsam mit Wissenschaftsminister Falko Mohrs vor Ort über die herausragende Arbeit informiert. Die jetzt vorgesehenen Mittel sind über die Einrichtung und Göttingen hinaus ein wichtiges Signal für die Zukunft des gesamten Wissenschaftsstandortes Niedersachsen.“
Das Wissenschaftspolitik auch immer Standortpolitik ist, zeigt die Bedeutung dieser Investitionen: „Göttingen lebt von seiner starken Wissenschaft. Wer Forschung und Lehre stärkt, stärkt auch Arbeitsplätze, Innovation und Zukunftschancen in Südniedersachsen.“
Nicht berücksichtigt sind leider dringend benötigte Mittel für die weitere Sanierung der Chemie im Nordbereich. „Ich werde mich für die weitere Sanierung der Chemie, wie auch bei den jetzt bereitgestellten Mitteln, weiter beim Minister einsetzen“, so Margraf.
Zum Hintergrund:
Die Mittel stammen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes. Landesweit umfasst die Projektliste 143 Maßnahmen, die schrittweise umgesetzt werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf Klimaschutz und Energieeffizienz. Zugleich werden moderne Ausstattung, sichere Gebäude und zeitgemäße Lern-, Lehr- und Arbeitsräume gefördert.